Pressemitteilung - 26.09.2015

Hamburger Unternehmerinnentag 2015

Handelskammer schlägt engere norddeutsche Zusammenarbeit beim Thema „Frauen und Wirtschaft“ vor

Die Handelskammer Hamburg will beim Thema „Frauen und Wirtschaft“ enger mit den Frauenverbänden und den IHKs im Norden kooperieren. Das sagte Jaana Kleinschmit von Lengefeld, Vizepräses der Handelskammer Hamburg, heute bei der Eröffnung des Hamburger Unternehmerinnentags vor rund 250 Unternehmerinnen, darunter Friederike C. Kühn, Präses der IHK zu Lübeck. „Ob Hamburg oder Lübeck, die Themen sind ja dieselben“, so Kleinschmit von Lengefeld: „Es geht uns darum, Gründerinnen und Unternehmerinnen in ihren spezifischen Anliegen zu betreuen und fördern, Frauen noch viel stärker für das Thema Unternehmensnachfolge zu begeistern, mehr Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft zu bekommen, mehr Mädchen für die MINT-Berufe zu interessieren und mehr Unternehmerinnen für die Ehrenämter in Kammern und Verbänden zu gewinnen.“

Um noch mehr Frauen für die Selbständigkeit und nicht zuletzt für die Unternehmensnachfolge zu motivieren, bietet die Handelskammer Hamburg gemeinsam mit weiteren Kooperationspartnern schon jetzt eine Reihe von Veranstaltungsformaten an, darunter die Netzwerktreffen e-trifft-u („Existenzgründerin trifft Unternehmerin“). „Es ist wichtig, dass wir uns alle gemeinsam noch stärker als bisher als Vorbilder für Gründerinnen darstellen“, betonte Kleinschmit von Lengefeld.

Seit 2013 ist die Zahl der Unternehmerinnen in Hamburg wieder leicht rückläufig. Derzeit sind in Hamburg rund 44.000 Frauen selbständig tätig. Das ist etwa jede zehnte erwerbstätige Frau. Die Selbständigenquote der Hamburgerinnen liegt über dem Bundesdurchschnitt. Besonders erfreulich: Die Zahl der von Frauen geführten Unternehmen mit Beschäftigten ist seit 2012 von 9.000 auf 10.000 Unternehmen gestiegen. Bei den männlich geführten Unternehmen war sie im gleichen Zeitraum rückläufig (von 31.000 auf 27.000 Unternehmen). Die meisten Frauen sind nach wie vor im Dienstleidungsbereich selbständig. Im Bereich der Öffentlichen und Privaten Dienstleistungen gibt es sogar mehr weibliche (18.000) als männliche (15.000) Unternehmens-Inhaber.

Der diesjährige Hamburger Unternehmerinnentag, zu dem die Handelskammer Hamburg, Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen e.V. und das Bildungsinstitut Frau und Arbeit e.V. in die Handelskammer eingeladen hatten, stand unter dem Motto „Netzwerken als Erfolgsmotor: Kontakte knüpfen – Vertrauen aufbauen – ins Geschäft kommen“. „Die Vernetzung mit anderen Unternehmerinnen und Unternehmern ist ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg“, Ausrichterin des Hamburger Unternehmerinnentags 2015: Handelskammer Hamburg Initiatorinnen: Handelskammer Hamburg Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen e.V. Frau und Arbeit e.V. betont Monika Borchert vom Bundesvorstand von Schöne Aussichten – Verband selbständiger Frauen e.V. Der Verband organisiert Unternehmerinnen-Zirkel, die über Themen wie Akquise und Wachstum oder berufsbezogen arbeiten. Je sechs bis acht Unternehmerinnen treffen sich dabei etwa ein Jahr lang regelmäßig. „Wir können förmlich dabei zuschauen, wie die Unternehmen der Zirkel-Teilnehmerinnen an Fahrt gewinnen“, so Borchert.

Gila Otto, Geschäftsführerin vom Bildungsinstitut Frau und Arbeit e.V., nennt Gründe für die große Bedeutung von Netzwerken: „80 Prozent der Aufträge werden über Beziehungen generiert. Und: Netzwerke sind für Einzelunternehmerinnen, also Unternehmerinnen, die ohne Partner/innen gründen, die einzige Gelegenheit, sich regelmäßig mit Gleichgesinnten auszutauschen.“ Otto wünscht sich deshalb, dass auch die Wirtschaftsbehörde sich das Thema weibliches Unternehmertum wieder verstärkt auf die Fahnen schreibt. „Die Förderung der Vernetzung von kleinen und mittleren Unternehmen hat in den vergangen Jahren wesentlich zur Stabilisierung und zum Wachstum der Unternehmen beigetragen“, so Otto. Ihr Vorschlag: Ein Gutscheinsystem – ähnlich wie Hamburg es in der Gründungsphase anbietet – mit dem Unternehmerinnen sich unter professioneller Moderation verbindlich vernetzen.